SGB XI § 45b (Sozialgesetzbuch SGB XI, Paragraph 45b)

Zusätzliche Betreuungsleistungen erhalten nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen in der Alltagskompetenz (ADS, ADHS, Autismus, Hyperaktivität bzw. anderen Verhaltensstörungen oder Behinderungen/ Erkrankungen).

Erläuterungen zu den zusätzlichen Betreuungsleistungen

Diese Leistungen betreffen Pflegebedürftige in häuslicher Pflege, bei denen – neben dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung – ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung besteht.


Das sind Pflegebedürftige der Pflegestufe I, II, III oder 0 (keine Pflegestufe) mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, bei denen der MDK - im Rahmen einer Begutachtung – als Folge der Krankheit/ Behinderung, Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens festgestellt hat. Diese Einschränkungen müssen dauerhaft, zu einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz führen!
Leidet der Pflegebedürftige/ Betroffene unter demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen oder psychischen Erkrankungen/ Behinderungen,zahlt die Pflegeversicherung „zusätzliche Betreuungsleistungen“. Je nach Schwere der Krankheit können bis zu 100 Euro monatlich oder ein erhöhter Betrag, bis zu 200 Euro monatlich gezahlt werden.
Wichtig: Diese Leistungen erhalten auch Personen, die noch nicht die Voraussetzungen für die Pflegestufe 1 erfüllen.

Was ist Pflegestufe 0?
Diese Bezeichnung wird verwendet, wenn jemand zwar gewisse pflegerische Unterstützung benötigt, jedoch nicht unter die gesetzlichen Bestimmungen von Pflegestufe 1 fällt.
Dazu gehören beispielsweise Personen, die hauptsächlich beaufsichtigt und betreut werden müssen, aber in puncto hauswirtschaftliche Versorgung und Grundpflege derzeit nur geringe Hilfe benötigen. Pflegestufe 0 wird auf Antrag erteilt, der von einem Vertrauten der pflegebedürftigen Person gestellt werden sollte.

Unter welchen Umständen werden die zusätzlichne Betreuungsleistung bewilligt?
Ob jemand „einen erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung“ hat, prüft der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) anhand eines Kriterienkataloges. Dafür kann ein Hausbesuch erforderlich sein. Nach Begutachtung durch den MDK entscheidet die Pflegeversicherung darüber, ob die Leistung bewilligt werden kann.Der Betrag ist zweckgebunden.
Das Geld wird nicht an den Betroffenen ausgezahlt. Es kann nur eingesetzt werden, um entsprechende Dienste dafür zu bezahlen.

  • an zugelassene Pflegedienste (zusätzlich zur Grund- und Behandlungspflege)
  • an nach Landesrecht anerkannte sonstige regionale Betreuungsangebote (Bsp. MHP)

Anspruch auf 100,00 Euro monatlich: Grundbetrag
Die Alltagskompetenz ist erheblich eingeschränkt, wenn Personen für mindestens sechs Monate in wenigstens zwei Bereichen regelmäßig auftretende Schädigungen oder Fähigkeitsstörungen haben.
1.    1 x aus dem Bereich 1-9
2.    1 x aus dem Bereich 1-13


Anspruch auf 200,00 Euro monatlich: Erhöhter Betrag
Eine in erhöhtem Maße eingeschränkte Alltagskompetenz liegt vor, wenn zusätzlich mindestens einmal eine Einschränkung aus den Bereichen 1 bis 5, 9 oder 11 festgestellt wird. Hierbei wird nicht die Erkrankung, sondern der tatsächliche Hilfebedarf berücksichtigt.
1.    1 x aus dem Bereich 1-9
2.    1 x aus dem Bereich 1-13
3.    1 x aus dem Bereich 1-5  oder  1-9  oder  1-11


Abrechnung der Zusätzlichen Betreuungsleistungen:
Die Kosten für zusätzliche Betreuungsleistungen müssen nachgewiesen werden.
Wir schreiben immer Ende des Monats eine Rechnung über die erbrachten Leistungen.

  1. Entweder erhält der Kunde die Rechnung. Er reicht sie dann bei seiner Kasse ein und bekommt das Geld (100,00 oder 200,00 Euro pro Monat) wieder.
  2. Bei manchen Kassen kann der Kunde eine Abtrittserklärung unterschreiben. Dann wird das Geld direkt mit der Kasse verrechnet, ohne das der Kunde Lauferei hat und sich das Geld wiederholen muss!

Wird in einem Monat nicht alles Geld gebraucht, kann man im nächsten Monat mehr abrechnen – Geld sammeln!
Nutzen Pflegebedürftige und Berechtigte für „zusätzliche Betreuungsleistungen“ die Beträge nicht ganz aus, kann der Rest in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden – aber nur bis zum Juni des Folgejahres. Dann verfällt das nicht verwendete Geld!!!
Wird der Leistungsanspruch im Laufe eines Jahres festgestellt, steht der Betrag ab dem Monat der Feststellung (z.Bsp. ab April)  - anteilig zur Verfügung.
Die Betreuungsleistungen gibt es zusätzlich zu den anderen Leistungen!
Man muss keine Angst haben, dass dadurch andere (bisherige) Leistungen gekürzt werden!
Wer Zusätzliche Betreuungsleistungen erhalten möchte (bei entsprechenden Voraussetzungen), der stellt einen Antrag bei seiner Kasse (Formlos oder telefonisch)!

Kriterienkatalog für die Leistungsgewährung
  1. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen
  2. Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen
  3. Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation
  4. Im situativen Kontext inadäquates Verhalten
  5. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
  6. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung
  7. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
  8. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus
  9. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
  10. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen
  11. Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
  12. Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression
  13. Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)
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